Blick auf die Rheinschleife vom Mittelrhein Klettersteig in Boppard

Der Mittelrhein Klettersteig in Boppard

Ein Klettersteig im Welterbe Oberes Mittelrheintal direkt am Saar-Hunsrück-Steig

Die märchenhaften Schlösser und Burgen sowie die idyllischen Weinhänge im Mittelrheintal sind allemal einen Besuch wert. Outdoor-Sportlern wird im Welterbe Oberes Mittelrheintal auch vieles geboten. Ein Beispiel ist die Traumschleife Mittelrhein Klettersteig in Boppard. Als Kletteranfänger, mit ein wenig Klettererfahrungen aus Hochseilgärten und Indoor-Kletterhallen, haben wir uns der Herausforderung gestellt und sind die 5 Kilometer lange Klettervariante gegangen. 

Anreise und Materialverleih

Für uns war es eher ein spontaner Stopp in Boppard. Demzufolge sind wir zuerst zur Aral-Tankstelle an der Koblenzer Straße/B9 gefahren, denn wir wussten gar nicht, ob der Verleih der Kletterausrüstung aufgrund von COVID-19 möglich war. Wir hatten Glück. Für 8 Euro zzgl. 20 Euro Pfand kann man hier ein Klettersteiggurt und ein Klettersteigset ausleihen. Nun mussten wir nur noch einen geeigneten Parkplatz finden. Ideal ist der Parkplatz am St. Remigiusplatz gelegen, in unserem Fall war dieser leider aufgrund von Bauarbeiten geschlossen. Wir haben unser Auto daher im Parkhaus Karmeliterstraße abgestellt, hätten aber auch entlang des Rheins ausreichend Parkmöglichkeiten gehabt. 

Wer mit dem Zug oder Bus anreist, der steigt einfach am Hauptbahnhof Boppard aus. Von hier sind es nur wenige Gehminuten zum Klettersteig, welcher schon im Stadtzentrum mit den Wegweisern “Zur Seilbahn” oder “Zum Klettersteig” gut ausgeschildert ist.

Alpines Gelände am Rhein bei Boppard

Der Einstieg des Klettersteigs befindet sich neben dem Wirtshaus ANDERS. Hier startet bzw. endet übrigens auch der Fernwanderweg Saar-Hunsrück-Steig. Eine große Wandertafel gibt hier einen Überblick und informiert über die Gehrichtung. Aufgrund der Corona-Pandemie ist es aktuell nur gestattet, den Klettersteig gegen den Uhrzeigersinn zu gehen. Ein schmaler Weg führt bis zu einer Kreuzung, an der zwischen einer Wander- und einer Klettervariante zu wählen ist. Da wir Klettern wollen, geht es noch einige Höhenmeter auf zunehmend alpin anmutendem Gelände weiter bergauf, bis wir auf die erste Bank mit schöner Aussicht auf die Stadt Boppard, die Gemeinde Filsen und den Bopparder Hamm treffen. Erst hier ziehen wir unsere Kletterausrüstung an und folgen der Beschilderung “Klettervariante” nach rechts.

Der Klettersteig mit Blick auf die Rheinschleife

Der eigentliche Klettersteig wird immer wieder von kurzen Wanderpassagen unterbrochen und überwindet auf 2 Kilometern 11 Kletterpassagen und insgesamt ca. 300 hm. Von der Aussichtsbank aus treffen wir schon nach wenigen Metern auf die erste Leiter, die man ungesichert hinabsteigen muss. “Ganz schön hoch!”, war mein erster Gedanke. Wenn man erstmal auf der Leiter steht, verfliegt die anfängliche Skepsis jedoch schnell. Auf den zum Teil flachen, aber auch steileren Wanderstrecken kann man immer den Blick auf die wohl schönste Rheinschleife Deutschlands genießen. Der Klettersteig besteht überwiegend aus Leitern, die hinab oder hinauf geklettert werden müssen. Eine Besonderheit stellt eine Kletterpassage dar, bei welcher ein Felsen “um die Ecke” erklettert werden muss. Auf den breiten Trittstiften im Felsen bewegt man sich aber relativ sicher entlang der steilen Felswände.

Auf dem letzten und steilsten Klettersteigabschnitt führt der Weg meist über Klampfen (Steigbügel) im Felsen fast senkrecht über verschiedene kurze Felsvorsprünge bis hinauf zum Ewigbachblick und der Fesserhöhe. Teilweise muss man einen Tritt im Felsen ausfindig machen oder sich mit den Händen Halt suchen. Hier kann man durchaus von einem richtigen Klettersteig sprechen.

Vom Aussichtspunkt Fesserhöhe wandern wir durch meist schattenspendende Eichenwälder auf unterschiedlichem Terrain weiter aufwärts bis zur Engelseiche. Dort gibt es auch eine Schutzhütte, die zu einer kleinen Verschnaufpause einlädt. Diese nutzen wir, um uns der Klettersteigausrüstung zu entledigen. Denn es geht ohne Klettersteigpassagen ab jetzt fast nur noch bergab. Wenig später kommen wir beim Restaurant Vierseenblick vorbei, einem idyllischen Plätzchen mit einem Panoramablick auf die Rheinschleife. Von hier oben starten übrigens auch Gleitschirmflieger ins Tal. Kurz darauf gibt es eine zweite Einkehrmöglichkeit mit toller bewirtschafteter Aussichtsterrasse: das Gedeonseck. Ganz in der Nähe befindet sich auch die Bergstation der Seilbahn. Wer nun keine Lust mehr hat den Berg hinab zu wandern, kann hier abkürzen. Wir sind noch motiviert genug und folgen dem Wanderweg, über dem die Seilbahn schwebt. Nach einem steileren Abstieg kommen wir wieder an der anfangs erwähnten Kreuzung an und folgen dem Weg Richtung Innenstadt.

Sicherheit geht vor

Da wir den Klettersteig zuvor noch nicht gegangen sind, haben wir uns die entsprechende Ausrüstung besorgt. Einen Klettergurt inklusive Klettersteigset kann man bei der Aral-Tankstelle in Boppard gegen eine Gebühr und Kaution ausleihen. Wer hat, kann natürlich auch sein eigenes Equipment nutzen. Es ist zwar keine Pflicht eine Ausrüstung zu tragen, es wird aber gerade bei Anfängern empfohlen. Ich persönlich war froh, an der ein oder anderen Stelle eine Sicherung zu haben. Wichtig: über die korrekte Anwendung der Klettersteigausrüstung sollte man sich vorab gründlich informieren, um eine maximale Sicherheit beim Klettern zu gewährleisten. Wir raten zudem festes Schuhwerk und nach Möglichkeit einen kleinen und leichten Rucksack zu tragen, der nicht beim Klettern stört. Wer sich vor Steinschlag schützen will, kann einen Helm mitnehmen. Außerdem solltest du schwindelfrei sein.

Unser Fazit

Wie sagt man so schön: In der Kürze liegt die Würze! Anspruchsvoll und traumhaft schön zugleich ist der Mittelrhein Klettersteig. Besonders auf den ersten 3 Kilometern hat es der Weg in sich, denn hier werden innerhalb kürzester Zeit einige Höhenmeter überwunden. Bedacht werden muss, dass man nicht nur das eigene Körpergewicht, sondern auch Rucksack und Kletterausrüstung trägt. Für die Kürze der Strecke geht das ordentlich in die Beine! Die Klettersteigpassagen sind gut zu meistern und selbst für Anfänger machbar. Der Blick auf die Rheinschleife ist ein ganz besonderes Highlight, für das wir gerne den beschwerlichen Aufstieg auf uns genommen haben. Sowohl beim Anstieg als auch beim Abstieg stehen zahlreiche Bänke zum Kraft tanken zur Verfügung.

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Sesselbahn
Boppard

Mühltal 12
56154 Boppard

Fahrpreise (Hin- und Rückfahrt)
Kinder (bis 14 Jahre): 5 €
Erwachsene: 9 €

Öffnungszeiten
01.April-15. April 10.00-17.00 Uhr
16. April-30. Sept. 10.00-18.00 Uhr
01. Okt.-15. Okt 10.00-17.30 Uhr
16. Okt.-31. Okt. 10.00-17.00 Uhr

Tourist-Info Boppard

Marktplatz (Altes Rathaus)
56154 Boppard

Öffnungszeiten:
Mai - September
Mo.-Fr. 09.00-18.30 Uhr
Sa. 10.00-14.00 Uhr
Oktober - April
Mo.-Fr. 09.00-17.00 Uhr

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Wie sagt man so schön: In der Kürze liegt die Würze! Anspruchsvoll und traumhaft schön zugleich ist der Mittelrhein Klettersteig. Besonders auf den ersten 3 Kilometern hat es der Weg in sich, denn hier werden innerhalb kürzester Zeit einige Höhenmeter überwunden. Bedacht werden muss, dass man nicht nur das eigene Körpergewicht, sondern auch Rucksack und Kletterausrüstung trägt. Für die Kürze der Strecke geht das ordentlich in die Beine! Die Klettersteigpassagen sind gut zu meistern und selbst für Anfänger machbar. Der Blick auf die Rheinschleife ist ein ganz besonderes Highlight, für das wir gerne den beschwerlichen Aufstieg auf uns genommen haben. Sowohl beim Anstieg als auch beim Abstieg stehen zahlreiche Bänke zum Kraft tanken zur Verfügung.

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