Der Traumpfad Höhlen- und Schluchtensteig in der Vulkaneifel

Dieser Premiumwanderweg bietet malerische Panoramablicke über die Vulkaneifel, Entdeckungstouren durch Trasshöhlen sowie die mystische Wolfsschlucht. Er gehört zu den Traumpfaden des Rhein-Mosel-Eifel-Landes.

Über Felder in die Wälder

Wir starten die Wanderung vom Parkplatz K 57 bei Kell aus. Der Parkplatz ist extra für den Rundwanderweg angelegt und man kann schon von weitem die Fahnen des Traumpfades wehen sehen. Vom Startpunkt aus hat man einen schönen Blick in die Ferne und läuft dann leicht bergab vorbei an Feldern, Hecken und Obstbäumen. Da wir im Spätsommer unterwegs waren, haben es uns vor allem die Äpfel besonders angetan und wir konnten der Versuchung einfach nicht widerstehen. Was nicht direkt verzehrt wurde, verstauten wir als Proviant im Rucksack. Der Duft süßer Äpfel begleitet uns auf dem Weg in Richtung Krayermühle. Ab hier geht es dann mitten durch das Pönterbachtal. Nach einer schönen Holzbrücke erwartet uns nun der erste steilere Anstieg. Was wir zuvor gemütlich bergab gegangen sind, müssen wir jetzt wieder erklimmen. Zum Glück verläuft der Anstieg mitten durch schattige Wälder und auf der einen oder anderen Bank kann man zwischendurch verschnaufen. Oben angekommen erstreckt sich vor uns ein toller Blick auf die Schweppenburg. Einen weiteren Panoramablick gibt es kurz darauf über Burgbrohl und das Brohltal. 

Trasshöhlen

Nach einem serpentinartigen Abstieg auf schmalen Pfaden ins Brohltal gibt es erstmal eine Stärkung im Jägerheim. Das Lokal besticht nicht nur durch sein rustikales Ambiente, sondern auch durch die ideale Lage. Denn es liegt direkt an dem imposanten Talviadukt, wenige Meter von der Haltestelle Bad Tönisstein entfernt. Hier hält der nostalgische Vulkan-Express auf seinem Weg vom Rhein bis nach Engeln. Somit gelangt man nicht nur mit dem PKW, sondern auch ganz bequem mit der Eisenbahn zum Traumpfad.

Gestärkt geht es anschließend zu den Trasshöhlen, die sich unweit vom Jägerheim befinden. Schon von weitem sieht man das weiß-beige Gestein: Trass. Was vor tausenden von Jahren infolge des Ausbruchs des Laacher-See-Vulkans entstand, bauten die Römer später ab und verwendeten es zum Bau von Gebäuden. Heute kann ein verzweigtes Höhlensystem mit meterhohen Decken und Höhleneingängen besichtigt werden, das nur annäherungsweise einen Eindruck gibt, welche Lavamassen damals durch das Brohltal geflossen sein müssen. Gigantisch!

Wolfsschlucht

Von den Trasshöhlen ist es dann nicht mehr weit bis zur Klosterruine Tönisstein, von der nur noch vereinzelte Mauerreste stehen. Nach wenigen Minuten erreichen wir ein weiteres Highlight, die Wolfsschlucht. Zwischen riesigen Hängen, die sich links und rechts von uns auftürmen, schlängelt sich der Weg entlang des Tönissteiner Bachs durch das Tal. Am Ende der Schlucht plätschert ein Wasserfall die Felsen hinab. Dieser war im August 2018 leider nur ein Rinnsal, was vor allem an dem trockenen Sommer lag.

Römerquelle

Auf den letzten Kilometern finden wir noch eine alte, vor sich hin blubbernde Mineralquelle. Hier legen wir eine letzte Pause ein, bevor es zurück zum Parkplatz geht. Vorbei an einem strahlenden Sonnenblumenfeld und dann durch einen dichten Eichen- und Buchenwald geht es stetig bergauf zurück zum Rastplatz an der K 57. Noch ein letztes Mal die Zähne zusammenbeißen! Oben angekommen wird man bei gutem Wetter mit einem tollen Blick über das Siebengebirge belohnt. 

Fazit

Der Höhlen- und Schluchtensteig führt durch traumhaft schöne Täler der Vulkaneifel und ist einer meiner persönlichen Favoriten. Und das sage ich nicht, weil ich selbst in der Eifel aufgewachsen bin, sondern, weil der Steig das Siegel Premiumwanderweg wirklich verdient hat. Viele kulturelle und geologische Highlights sowie eine wundervolle Naturlandschaft machen den Steig zu einem abwechslungsreichen Erlebnis. Insgesamt werden während der Wanderung einige Höhenmeter überwunden und es erwarten euch viele steile An- und Abstiege. Dafür bietet der Steig herrliche Aussichtspunkte mit Ruhebänken und zwischendurch ein wanderfreundliches Lokal, um die müden Füße auszuruhen und hungrige Mägen zu füllen. Für die Trasshöhlen empfehlen wir eine Taschen- oder Kopflampe mitzunehmen, da es je nach Jahreszeit und Wetterlage dort recht dunkel werden kann. Wer schon einmal in der Gegend ist, sollte unbedingt dem Laacher See und dem Kloster Maria Laach einen Besuch abstatten. Die sind vom Wanderparkplatz nur wenige Kilometer entfernt. 

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