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Unterwegs auf dem Felsenweg 6 in der Teufelsschlucht

Eine Grenzwanderung durch die Geologie und Geschichte der Südeifel

Dass die Eifel vor Jahrmillionen tief unter dem Meeresspiegel verborgen lag, davon zeugen heute noch etliche imposante Felsen im NaturWanderPark delux. Die wohl bekannteste Felsenlandschaft dieser Wanderregion ist die Teufelsschlucht. Wir haben uns auf eine Zeitreise durch die Südeifel begeben, um diese Naturphänomene einmal aus nächster Nähe zu betrachten. Und was das Ganze mit dem Teufel zu tun hat? Wir verraten es euch!

Wir starten unsere Wanderung vom Wanderparkplatz “Felsenweiher” in Ernzen auf dem Felsenweg 6 in die Vergangenheit der Südeifel. Zunächst geht es leicht bergauf mitten durch den schattigen Wald. Schon nach wenigen Minuten erblickt man die ersten Felsen, die bereits zu Beginn einen Vorgeschmack darauf geben, was uns in der Teufelsschlucht erwartet. Die riesigen grau-roten Felsen begleiten uns erstmal eine Weile und wir passieren eine kleine Grotte mit Marienstatue, die in einen der Felsen hineingebaut wurde. Hier hinterlassen wir unsere Spur in Form eines Steinmännchens. Nach mehreren kurzen An- und Abstiegen geht es längere Zeit hinauf, bis der erste Aussichtspunkt erreicht ist. Schon von Weitem können wir das Glockengeläut durch den Wald schallen hören. Oben auf dem Plateau angekommen erstreckt sich ein toller Blick auf das im Tal gelegene Echternach, das übrigens schon auf der luxemburgischen Seite des Flusses Sauer liegt. Aber bei einem Aussichtspunkt bleibt es nicht. Wie auf einer Perlenkette reiht sich eine Aussichtsplattform nach der anderen. An einer der schönsten steht die Liboriuskapelle, die erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt wurde. Lange verschnaufen wir hier nicht, denn es liegen noch einige Kilometer vor uns.

Felsenweg Teufelsschlucht Blick auf Echternach
Blick von der Liboriuskapelle auf Echternach, Luxemburg
Ab durch die mystische Teufelsschlucht

Nachdem der Weg einige Kilometer entlang der deutsch-luxemburgischen Grenze verlief, folgt die Wegeführung nun der K20/Ferschweilerstraße leicht bergauf bis zu einem weiteren Wanderparkplatz. Am Parkplatz angekommen befindet sich auch einer der Einstiege zur sagenumwobenen Teufelsschlucht. Wir sind gespannt! Es geht die Treppen hinunter ins Tal und vorbei an großen Felsformationen, die sich links von uns auftürmen. Dann passieren wir zwei gigantisches Felsenwände, die eine schmale Gasse bilden. Vielleicht das Tor zur Unterwelt? Nach ein paar Minuten folgt die Überraschung. Vor uns macht sich ein tiefer Felsspalt auf. Mitten hindurch führen unzählige Steinstufen hinab. Ob der Teufel hier selbst Hand angelegt hat? Nein, ganz so dramatisch ist die Entstehung des Spaltes nicht verlaufen. Während der letzten Eiszeit hat sich aufgrund von Tau- und Frostperioden ein gigantischer Felsblock gelöst, sodass ein 28 Meter tiefer Felsspalt entstanden ist, den man heute durchwandern kann: die Teufelsschlucht. Alleine bleibt man inmitten dieses Naturphänomens nicht lange, denn von allen Seiten strömen Wanderer zur Schlucht oder kommen die Stufen hinauf. Wir legen eine kurze Pause ein und warten, bis sich der Besucherstrom etwas entspannt hat. Anschließend begeben auch wir uns hinunter und staunen nicht schlecht, welche gigantischen Felsen links und rechts von uns emporragen. Die schmalen Wege führen zum Teil durch kleine, von der Natur geformten Tunnel und geben später den Blick auf die riesigen Felswände frei. 

Nachdem wir die Felsenlandschaft und den Wald hinter uns gelassen haben, geht es neben Maisfeldern und verlockenden Obstbäumen weiter. An einer schönen Aussichtsbank schweift unser Blick über die Gemeinde Ernzen und unsere letzte Pause vor der Zielgeraden ist angesagt. Wir folgen dem Feldweg oberhalb des Eifeldorfes bis zum Grenzwald zwischen Luxemburg und Deutschland. Eine urzeitliche Naturlandschaft, genannt Schweineställe. Gut zu erkennen ist diese Stelle an zwei schweinischen Steinskulpturen, welche hier zu finden sind. Wenige Meter weiter weckt die in einen Felsen gemeißelte Inschrift “Artioni Biber” unsere Aufmerksamkeit. Ganz klar: Das ist Latein. Auf einer Infotafel erfährt man, dass Artio der Name einer keltischen Jagdgöttin ist. Wann und warum einst die Inschrift in den Felsen gemeißelt wurden, kann nicht zu hundert Prozent erklärt werden. Nach dieser kleinen Entdeckung wandern wir noch ein Stück durch die Felsenlandschaft, bis unser Ausgangspunkt, der Wanderparkplatz am Gutenbach erreicht ist.

Unsere Ausflugstipps nach der Wanderung

Da wir im Herbst unterwegs waren ist es noch bis zum späten Abend hell, sodass wir einen Abstecher im Naturparkzentrum Teufelsschlucht in Ernzen einlegen, das sich nur wenige Minuten Autofahrt und direkt neben dem Dinosaurierpark befindet. Das Zentrum beheimatet nicht nur eine sehr liebevoll eingerichtete Naturausstellung, sondern auch ein kleines kostenfreies Museum mit regionalen Funden aus der Eisen- und Römerzeit (hier hätte ich mich stundenlang aufhalten können). Erschöpfte Wanderer können sich im Café mit leckeren Kuchen und einer frisch gebrühten Tasse Kaffee stärken oder ein kleines Souvenir im Shop erwerben. Anschließend fahren wir noch weiter bis ins luxemburgische Echternach, welches wir schon von den Aussichtsplattformen bestaunen und hören konnten. Nach wenigen Minuten sind wir angekommen und parken direkt an der Sauer. Ein Besuch der Innenstadt sowie des Doms lohnen sich allemal, denn im Gewölbekeller sind alte Wandmalereien erhalten als auch der Sarkophag des heiligen Willibrord.

Unser Fazit

Der Felsenweg 6 hat uns mit den beeindruckenden Aussichtspunkten und seinen einzigartigen Natur- und Kulturdenkmälern überzeugt! Die Felsenlandschaft ist wirklich faszinierend und gibt Einblicke in die Eifel, wie sie vor einigen Millionen Jahren ausgesehen hat. Ein wahres Paradies für Geologen! Bei dieser Rundwanderung reichen die angegebenen 4,5 Stunden allerdings bei weitem nicht aus, um die Schönheit dieses Weges in vollen Zügen zu genießen. Wir waren 6 Stunden unterwegs. Schade nur, dass der Weg kurz vor der Teufelsschlucht an der vielbefahrenen K20/Ferschweilerstraße entlangführt, an deren Seitenrand unachtsam jede Menge Müll liegen gelassen wird. Für uns ein absolutes No-Go.

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Dinosaurierpark Teufelsschlucht
Ernzen

Ferschweilerstraße 50
54668 Ernzen

Eintrittspreise
Kinder (4-12 Jahre): 9,50 €
Erwachsene (ab 13 Jahren): 12,50 €

Öffnungszeiten
14. März bis einschließlich 1. November 2020:
täglich von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet

Naturparkzentrum Teufelsschlucht

Ferschweilerstraße 50
54668 Ernzen

GPS-Koordinaten:
Besucherzentrum: N 49° 50.8217‘ E 6° 26.1164‘
Teufelsschlucht: N 49° 50.7232‘ E 6° 26.4195‘

Öffnungszeiten:
täglich von 11:00 Uhr - 17:00 Uhr geöffnet

Der Felsenweg 6 hat uns mit den beeindruckenden Aussichtspunkten und seinen einzigartigen Natur- und Kulturdenkmälern überzeugt! Die Felsenlandschaft ist wirklich faszinierend und gibt Einblicke in die Eifel, wie sie vor einigen Millionen Jahren ausgesehen hat. Ein wahres Paradies für Geologen! Bei dieser Rundwanderung reichen die angegebenen 4,5 Stunden allerdings bei weitem nicht aus, um die Schönheit dieses Weges in vollen Zügen zu genießen. Wir waren 6 Stunden unterwegs. Schade nur, dass der Weg kurz vor der Teufelsschlucht an der vielbefahrenen K20/Ferschweilerstraße entlangführt, an deren Seitenrand unachtsam jede Menge Müll liegen gelassen wird. Für uns ein absolutes No-Go.