No-Gos in der Natur Teil I -
Respektvolles Verhalten

Wie ich mich richtig verhalte

Ich genieße jede freie Minute in der Natur. Doch bei den letzten Wanderungen ist mir eines besonders aufgefallen: Beklebte und vollgeschmierte Schilder, Bierflaschen sowie Plastikverpackungen im Gebüsch oder Glasscherben vor Schutzhütten. So was ärgert mich tierisch, vor allem wenn ein Mülleimer nur wenige Meter entfernt steht. Diese Erfahrungen habt ihr bestimmt auch schon mal gemacht, oder? Dabei sollte die Natur für alle ein Ort der Erholung und für Flora und Fauna ein geschützter Lebensraum sein. Wie verhalte ich mich angemessen und was ist verboten? 

Hier meine No-Gos:

1. Vandalismus

Wanderhütten, Ruhebänke oder Schilder: sie alle werden früher oder später einmal Opfer von Vandalismus. Anscheinend haben die Leute das Bedürfnis, ihre Initiale, Liebesbotschaften oder Beleidigungen an die Wände von Wanderhütten zu kritzeln oder ins Holz einzuritzen. Diese sollten doch dazu benutzt werden, wozu sie gedacht sind: zum Ausruhen und zum Schutz vor Wettereinbrüchen. Es wird so viel Energie und Geld in die Anfertigung gesteckt und dann dauert es meist nicht lange, bis diese beschädigt werden. Schilder werden ebenfalls gerne beschmiert oder einfach mit Stickern überklebt. Dass es sich hierbei um öffentliche Verkehrsschilder oder die Wanderbeschilderung handelt, scheint egal zu sein. Ich frage mich immer, welche Motivation dahinter steckt. Ist es Langeweile, pubertärer Leichtsinn oder irgendeine Form von Guerilla-Werbung?

Was einmal ins Holz geritzt wurde, lässt sich nur schwer wieder entfernen. Ähnlich ist es mit Graffitis oder Permanentmarkern wie Eddings, die mit chemischen Reinigern eliminiert werden müssen. Das alles ist wieder zeitaufwendig und kostenintensiv. Ganz zu schweigen vom Wiederaufbau von Schutzhütten.

2. Müllentsorgung

Genauso wie zerstörte Schutzhütten wird in den Medien ständig über Sperrmüll und Elektroschrott in Wäldern berichtet. Auch bei meinen Wanderungen stoße ich immer wieder auf Müll jeglicher Art. Dieser schadet der Umwelt langfristig. Plastik wird im Gegensatz zu organischen Abfällen, wie zum Beispiel Bananenschalen, nur schwer abgebaut. Sowohl Tiere als auch Menschen können sich darüber hinaus an Glasscherben oder Plastik verletzen. Auch kleinere Plastikteilchen können von den Tieren für Nahrung gehalten und gefressen werden, worauf diese dann im schlimmsten Fall verenden. Mal abgesehen von Reinigungsmitteln, Farben oder giftigen Substanzen aus Elektrogeräten, die in den Boden und auch ins Grundwasser gelangen können. Viele Bestandteile von Elektrogeräten können sogar recycelt werden und sollten daher fachgerecht entsorgt werden. Aber in der Natur haben sie definitiv nichts zu suchen und gehören zur Mülldeponie bzw. auf den Sperrmüll.

Was offensichtlich vielen Umweltsündern nicht bewusst ist: Die illegale Müllentsorgung kann ziemlich teuer werden. Wer dabei auf frischerTat erwischt wird oder wem dies nachgewiesen werden kann, dem drohen satte Bußgeldstrafen. Dazu lohnt sich ein Blick in den Bußgeldkatalog, wobei hier unterschiedliche Preise je nach Bundesland gelten. Diese Geldstrafen sind in der Regel teurer als die Entsorgungskosten. Vielleicht schreckt das ja ab. Doch wer kommt eigentlich für die Entsorgung auf? Das, was am Wegesrand liegen gelassen wird, verschwindet nämlich nicht von selbst und es gibt auch keine Heinzelmännchen, die nachts aufräumen. Oft sind es die Gemeinden, die auf Kosten des Steuerzahlers den Müll beseitigen. Und sind wir doch mal ehrlich: die Mitarbeiter haben wirklich besseres zu tun, als fremden Müll einzusammeln. 

Wie beispielsweise in Baden-Württemberg mit illegalen Müllhalden umgegangen wird, zeigt das folgende Video: 

Dreistigkeit siegt? 

Die Natur ist weder eine Müllhalde noch ein Ort für Vandalismus. Wer sich in der Natur aufhält, der sollte ihr auch mit Respekt begegnen. Leider ist das nicht für alle selbstverständlich. Wer jetzt denkt, dass er dagegen nichts tun kann, der irrt. Denn jeder kann einen Beitrag zur sauberen Umwelt leisten, wie die aktuelle “Trashtag-Challenge” zeigt.

Bei unseren Wanderungen haben wir zusätzlich zum Rucksack immer eine Mülltüte sowie ein Paar Handschuhe dabei. Wir nehmen dann liegen gelassene Flaschen und sonstige Abfälle mit, sofern es sich um kleine Mengen handelt. Wer den Müll anderer Leute nicht aufsammeln will, was ich durchaus nachvollziehen kann, oder Schäden an Schutzhütten sowie größere Müllmengen entdeckt, sollte das den zuständigen Wandervereinen als auch dem Forst- oder Ordnungsamt melden. Einfach ein Foto knipsen, per E-Mail an die zuständige Stelle weiterleiten oder telefonisch die Funde mitteilen. Wir haben damit bisher stets positive Erfahrungen gemacht. Scheut euch auch nicht Menschen, die vor eurer Nase ihren Müll in der Natur hinterlassen, anzusprechen und freundlich darauf hinzuweisen, dass das ein absolutes No-Go ist. Viele Menschen legen eine „Solange-es mich-nicht-betrifft-ist es-mir-egal“-Attitüde an den Tag, die meiner Meinung nach komplett daneben ist. Wegschauen und so tun, als hätte man nichts gesehen, ist nahezu so, als entsorge man den Müll gleichermaßen. Leute auf ihr rücksichtsloses Verhalten aufmerksam zu machen, zeugt von Verantwortungs- und Umweltbewusstsein. Zu guter Letzt möchte ich euch noch einen schönen Spruch mit auf den Weg geben. Dieser stand auf einem Hinweisschild am Waldesrand im Siegerland.

„Der Wald bittet dich, dich so zu verhalten, wie du wünschst, dass sich auch dein Besuch bei dir zu Hause benehmen sollte!“

Ach, was wäre es schön, wenn sich das jeder zu Herzen nehmen würde! 

#RespectNature #trashtag

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